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Jörn Grothkopp „Der stille Raum“

Jörn Grothkopp „Der stille Raum“

Jörn Grothkopp, „Koi-F.b.“, 2013, Detail

Ausstellung vom 1. Februar 2014 bis 4. Mai 2014 
Vernissage am 31. Januar 2014 - 19 Uhr

Der in Berlin lebende Maler gab in seiner Ausstellung „Der stille Raum“ einen ausgewählten Einblick in seine Werkgruppen. Quallen und Koi-Karpfen bekamen einen besonderen Raum und zogen den Betrachter in eine Welt der schwebenden Balance. Die Bilder von Jörn Grothkopp fordern eine besondere Art der Wahrnehmung. Es sind bildlich reduzierte Momentaufnahmen, die stillstehen, aber auch einen gefangenen Bewegungsablauf in sich tragen. Die Zeit erfährt eine Beruhigung.

In dem im November 2013 beim Kerber Verlag erschienenen Katalog schreibt Thomas Thiel: „Grothkopp schafft mit der Malerei nicht nur eine Übersetzung seiner eigenen Seherfahrung, sondern vermittelt damit auch dem Betrachter neue Schauerlebnisse. Hier lassen sich Parallelen zwischen einem Aquariumsbesucher und dem Betrachter seiner Bilder herstellen.“

Unserem gewöhnten Auge wird die klassische Perspektive des Hintergrundes verweigert, trotzdem schafft Jörn Grothkopp in seinen Bildern einen Raum. Jenen Raum in dem seine Sujets lautlos schweben, als Gruppe oder als Individuum. Teils vor einer gleißend weißen, teils vor einer tiefschwarzen Leinwand erscheinen die strukturierten Lebewesen und ziehen den Betrachter in eine meditative Stille. 

Jedes Gemälde stellt nur einen Ausschnitt aus einer Gesamtsituation dar, die in der Hängung einer Ausstellung wieder zu einem größerem Szenarium werden. Die kräftigen rot-orangen Koi-Flecken auf den Fischen oder die zarten bläulich-transpareten Körper der Quallen schaffen jene Kontraste, die unsere Wahrnehmung herausfordern und beschäftigen. Das Gefühl einer schwerelosen Bewegung überträgt sich auf den Betrachter.

„Das Suchen und Finden der räumlichen Bezüge der einzelnen Kois durch den sich einsehenden Betrachter ist für Grothkopp ein wichtiger Teil, der Zeit für den Wahrnehmungsprozess erfordert. Wir Betrachter wollen Bezüge herstellen und die räumlichen Bewegungen zuordnen. Gerade dies versucht der Maler mit den erstaunlich einfach scheinenden, aber raffinierten Mitteln der Verschränkung zu konterkarieren. Die rotorangen Flecken auf den Kois täuschen über die eigentliche Form der Fische hinweg, insbesondere wenn sie als Schwarm gemalt sind. Wir stellen fest, dass unser Auge ständig von den Farbformen der Flecken zu den Formen der Fische zu springen sucht – unsere Wahrnehmung wird geschärft, weil in dem großen weißen Feld keine weiteren Anhaltspunkte zur räumlichen Orientierung gegeben werden.“, schreibt Wulf Herzogenrath im gleichen Katalog.

Die zitierten Texte stammen aus dem neuen Katalog:
Jörn Grothkopp. Kerber Verlag, November 2013. 
Deutsch/englisch, 160 S. mit 127 Abb., 22 x 28 cm, 
ISBN 978-3-86678-887-9, € 38,-

Es handelt sich um Ausschnitte der Texte von

Wulf Herzogenrath “Schweben in Weiß” und Thomas Thiel  “Malerei – Muster – Analyse”

Pressemitteilung vom 06.01.2014 - Jörn Grothkopp "Der stille Raum"

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