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C19-Days von Sebastian Heiner

Sebastian Heiner: C19-Days

Sebastian Heiner, C19-Days, 2020 © VG Bild-Kunst 2021

Lichtinstallation am museum FLUXUS+ - zu sehen ab Mitte Januar 2021 auf der Seeseite (Café-Terrassenbereich)

Während des ersten pandemie-bedingten Lockdowns im März 2020 begann der in Berlin lebende Künstler Sebastian Heiner (*1964) mit einer Reihe von Skizzen und Zeichnungen, die sich mit seinen aus der Situation des öffentlichen Lebens resultierenden Gefühlen auseinandersetzen.

Sebastian Heiners C19-Days Sketchbook 2020 enthält 71 Zeichnungen. Aus seinen Schraffuren arbeitet Heiner Figuren heraus, welche an die Form des Virus erinnern, mal personifiziert tanzend, mal hysterisch um sich greifend, mal als Haufen aufgehender Sonnen über einer Landschaft aus Diagrammbergen. Heiner lotet in seinen Corona-Tagebüchern das Spektrum des Zeichnerischen als Ausdruck emotionaler Befindlichkeiten aus: von der stillen Spannung einzelner Bildkonzepte über expressive und lautstarke Kontraste, hin zu düsteren Verdunkelungen sich überlagernder Strichlagen, scheinen sie dem Auf und Ab der Infektionszahlen zu folgen und das Relief einer kollektiven Gesamtgefühlslage zu beschreiben.

Die Präsentation am museum FLUXUS+ steigert die Haptik und Dramatik der Zeichnungen in das Plastische einer Lichtskulptur, welche die Grenze zwischen dem Innen- und Außenraum des Museums markiert. Ihrer ambivalenten Rolle als Grenze und Tür zum derzeit für die Öffentlichkeit geschlossenen Museum wird die Installation als massiver Lichtblock gerecht, der dem Betrachter von Außen den Anschein vermittelt, dass sich im Innern des Museums das Virus tummelt, welches den Zugang verhindert.

Zu sehen ab Mitte Januar 2021 auf der Seeseite (Café-Terrassenbereich) des museum FLUXUS+, Schiffbauergasse 4f, Potsdam, täglich in den dunklen Nachmittags-Abend-Stunden.

Auf der anderen Seite des Gebäudes, auf dem Schirrhof befindet sich eine weitere Lichtinstallation an der Museumsfassade. Die „Wortwolke“ des in Berlin lebenden Künstlers Costantino Ciervo The Ten Commandments zeigt in roter Neonschrift die "neuen" Zehn Gebote (work, market, authority, respect, reward, sacrifice, order, merit, competition, education), die aus dem Denken der durch die Globalisierung geprägten Profitwirtschaft abgeleitet sind und die die Zehn Gebote aus dem religiösem Kontext des Juden- und des Christentums abgelöst haben. Die Installation verbildlicht ein neues Wertesystem.

Pressemitteilung vom 06.01.2021 - Sebastian Heiner: C19-Days

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