Mary Baumeister
pumpkin poems

Von September bis November 2014 zeigt das museum FLUXUS+ eine Sonderausstellung: Mary Bauermeister - "KUNST(T)RÄUME"

In diesem Zusammenhang wurden "Kürbisse für Mary" auf dem Schirrhof der Schiffbauergasse gepflanzt.

Von oben Inspiration – Licht, 
von unten Erde und Materie. 
Beides zueinanderziehen »verknoten«, 
voilà das ist für mich Kunst
 
(Zitat Mary Bauermeister, 1972)

 

Schwimmende Dachgärten, Steinkreise, die den Blick auf die Unendlichkeit richten, Prismen-Skulpturen, die das eingefangene Sonnenlicht in die Farben des Regenbogens zerstäuben, Bäume, die durch die Fensterfronten lugen, Efeu, das von draußen durch die Fensterritzen nach innen wächst, um das Drinnen mit dem Draußen zu vereinen, dazu all die zusammengetragenen Dinge eines 75-jährigen Lebens. Das Forsbacher Haus der berühmten Künstlerin Mary Bauermeister ist die reinste Wunderkammer. Man verfällt in kindliches Staunen. Überall gibt es etwas zu entdecken und in Beziehung zu setzen. »Ich bin eben ein Eichhörnchen«, sagt sie über sich. Vielleicht liege es daran, dass sie Kriegsgeneration sei. Damals wurde eben jeder Nagel wieder gerade geklopft und weiter verwendet.

Auf dem Küchentisch stehen selbst gemachtes Quittengelee und Traubensaft. Sie sei ein Mensch, der Vorräte sammle. Zum Beispiel Pilze, die werden dann getrocknet. Das Sammeln gehört zu ihrem Leben. An den Stränden des Atlantiks und Mittelmeers hat sie mit ihren Kindern kiloweise flache Steine jeglicher Größe und Farbe gesammelt, um aus ihnen die berühmten Steinreliefs zu machen, diese in ein ästhetisches System geordnete Natur, die einem mathematischen Geist entsprungen scheint. Mary Bauermeister hat Respekt vor den verschiedenen Materialien, vor den in ihnen wohnenden Energien, die sie bildhaft zu machen versucht. Die Materialien ihres Lebens sind Stein und Glas. Irden, undurchsichtig und schwer das eine, ätherisch, luzid und leicht das andere.

Selbst Kürbisse präpariert Bauermeister in der Wachstumsphase so mit Schrift, dass diese gemeinsam ein Gedicht ergeben – »pumpkin poems«.  Natur und Kunst, Leben und Kunst, wie die Kunst in das Leben hineinwirkt, in das Soziale, das interessiert sie bis heute.

Text von Sigrun Stroncik aus  Menschen in Rösrath vom Freitag, 18.12.2009 gefunden auf  http://www.bauer-thoeming.de/roesratherleben/artikel/15/

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