George Maciunas
"U.S.A. Surpasses All The Genocide Records!" heißt das Werk von George Maciunas, welches seit dem zweijährigen Jubiläum des museum FLUXUS+ am 24. April 2010 zu sehen ist. Das 1966 entstandene Werk ist ein politischer Protest gegen den Vietnamkrieg der 1960er und 1970er Jahre. Die Arbeit zeigt eine Abwandlung der amerikanischen Flagge, bei der die Sterne Totenköpfen weichen und die Stripes aus prozentualen Berechnungen über die Völkermorde verschiedener Nationen bestehen. Das Fazit: Die USA übertreffen alle Völkermord-Rekorde.
Im Jahre 1961 nahm Maciunas in New York zusammen mit George Brecht, Al Hansen und Allan Kaprow an den ersten Happenings teil und fertigte im September desselben Jahres Layouts für La Monte Youngs An Anthology. Im Herbst ging Maciunas nach Wiesbaden, als Zivilangestellter und Graphiker der US Air-Force. In Wiesbaden gründete er die Fluxus-Gruppe und machte Bekanntschaft mit den wichtigsten Künstlern der Avantgarde in Deutschland und Frankreich.
Im September 1962 folgte die Konzertreihe Fluxus - Internationale Festspiele Neuester Musik bestehend aus 14 Aufführungen im Hörsaal des Städtischen Museums in Wiesbaden, die als erste Fluxus-Veranstaltungen angesehen werden. Die wichtigsten Teilnehmer waren neben Maciunas Nam June Paik, Dick Higgins, Wolf Vostell, Emmett Williams und die Komponisten Karlheinz Stockhausen und John Cage. Darauf fanden 6 Konzerte in der Nikolai-Kirche in Kopenhagen und sieben Konzerte am Centre American des Artistes in Paris statt. Im Februar 1963 veröffentlichte er das Fluxus-Manifest. Im gleichen Jahr stießen die Künstler Ben Vautier, Daniel Spoerri, Robert Filliou, Joseph Beuys, Willem de Ridder zur Fluxus-Gruppe.
Nachdem ihn die US-Army wegen häufiger Krankheit entlassen hatte, kehrte er im September 1963 nach New York zurück. Ab 1965 traten die Veranstaltungen in den Hintergrund, stattdessen fertigte Maciunas zahlreiche Multiples und Fluxus-Publikationen an. Im Jahr 1966 gründete Maciunas die Fluxhouse Cooperative Building Projects, eine gemeinnützige Kooperative zur Finanzierung von Lofts in SoHo. Er kaufte hierfür mehrere Häuser in New York mit dem Ziel Künstlern, Filmemachern und Tänzern zu helfen, adäquate Arbeits- und Lebensräume zu vermitteln.
1975, nachdem er von einem Handwerker angegriffen wurde, wobei er ein Auge verlor, zog er nach New Marlborough, Massachusetts. Im Sommer 1977 erkrankte Maciunas an Krebs. Im Februar 1978 heiratete er die Dichterin Billie Hutching. Einen Monat später starb er am 9. Mai im University Hospital in Boston.
| 1931 | geboren in Kaunas/Litauen |
| 1947 | Übersiedlung in die USA |
| 1949-1952 |
Studium der Kunst und Architektur an der Cooper Union School of Art, New York |
| 1952-1954 | Studium der Architektur und Musikwissenschaft am Carnegie Institute of Technology, Pittsburgh, Pennsylvania |
| 1955-1960 |
Studium der Kunstgeschichte an der New York University, Institute of Fine Arts, New York |
| 1959-1960 |
Besuch
der Kompositionsklasse von Richard Maxfield an der New School of Social
Research, New York; Kontakt: La Monte Young, George Brecht, Al Hansen,
Dick Higgins, Allan Kaprow, Jackson Mac Low u.a. |
| 1961 | Organisation
von Literatur-, Musik- und Filmveranstaltungen, Kunstausstellungen in
der AG Gallery, New York; Übersiedlung nach Wiesbaden / Designer bei
der U.S. Army; Kontakte: Emmett Williams, Nam June Paik, Ben Patterson,
Wolf Vostell, Mary Bauermeister u.a. |
| 1962 | Galerie Parnass, Wuppertal |
| 1962-1963 |
Konzerte in verschiedenen europäischen Städten ; Rückkehr nach New York |
| 1964 | New York (Fluxhall, 356 Canal Street) |
| 1965-1969 |
Publikation von Multiples und Drucksachen |
| 1966 | Fluxhouse
Cooperative Building Projects (Künstler-Lofts in Soho) und Implosions
Inc. (Scherzartikel) mit Robert Watts und Lee Haflin |
| 1967 | Planung eines Vergnügungszentrum und „Ginger Island Project“ (Kooperative von 69 Künstlern) |
| 1970-1978 |
zahlreichere Aktionen |
| 1976 | Herausgabe
der Festschrift „Laudatio Scripta Pro George Maciunas Concepta
Hominibus Fluxi“; Organisation eines Fluxus-Banquets durch
Künstlersfreunde |
| 1978 | gestorben in Boston/Massachusetts |




