Eric Andersen

Eric Andersen ist einer der Künstler, die sich schon sehr früh (ab 1959) mit intermedialer Kunst auseinandersetzen. In seinen Opus-Stücken der frühen 60er Jahre untersucht er vor allem die offene Interaktion zwischen Performer und Publikum. Er entwickelte offene Werke, Werke, die sich selbst verändern, „arte strumentale”. Im November 1962 nahm er beim Festum Fluxorum in der Nikolai Kirke in Kopenhagen erstmals an einem Fluxus-Konzert teil und wirkte in den nächsten Jahren in einer Reihe von Fluxus-Festivals und Aktionen mit. Von 1962 bis 1966 bestand eine enge Zusammenarbeit mit Arthur Köpcke. In den späten 1960ern war Andersen in Mail Art aktiv und seit den 1970ern setzte er sich intensiv mit dem geografischen Raum auseinander. Zu seinen wichtigsten Werken gehören Hidden Paintings, Crying Spaces, Confession Kitchens, Lawns that turn towards the Sun und Artificial Stars. Für Kopenhagens Feier als „Kulturhauptstadt Europas” 1996 inszenierte er ein großes drei-tägiges Intermedia-Event mit Fallschirmspringern, Helikoptern, Bergsteigern, lebenden Schafen und 500 auf dem Wasser laufenden Sängern.

Legendär ist seine ausgedehnte Reise nach Mittel- und Osteuropa 1964, die die lokalen Künstler und Musiker vielerorts erstmalig mit Fluxus bekannt machte. Andersen performte gemeinsam mit seinem Bruder Tony Andersen in Privatwohnungen und Nachtclubs, verbreitete Partituren und Drucksachen und schrieb in Warschau eine Komposition für den Polnischen Rundfunk (Opus 52). An Maciunas schickte er von dieser Reise Postkarten mit frei erfundenen Berichten über skandalöse Performances, die er angeblich gemeinsam mit Emmett Williams, Tomas Schmit und Arthur Köpcke gegeben haben wollte. Daraufhin „exkommunizierte” Macunias die vier Künstler. Zusammen mit Arthur Köpcke und Tomas Schmit trat Andersen im April 1966 bei einem dreitägigen Festival im Prager Jazzclub Reduta vor großem Publikum auf. Ab Mitte der 1970er Jahre war er in zahlreichen Ausstellungen in Polen präsent, so in der Galeria Akumulatory 2 (Poznań), Piwna 20/26 (Warschau), Galeria Krzysztofory und Galeria Potocka (beide Krakau).

Biografie

1940 in Antwerpen geboren, gehört Eric Andersen als dänischer Fluxus- und Intermedia-künstler zu den Pionieren der intermedialen Kunst. 

Eric Andersen nahm 1962 am Festum Fluxorum in der Nikolai Kirke, Kopenhagen teil und war einer der Mitbegründer des internationalen FLUXUS Netzwerkes. Er nahm an einer Reihe von Fluxus-Festivals und Aktionen teil und untersuchte vor allem die offene Interaktion zwischen Performer und Publikum.

In den späten 1960er war Eric Andersen in der Mail Art aktiv und seit den 1970ern setzte er sich intensiv mit dem geografischen Raum auseinander. Er schuf offene Werke, die einer permanenten Veränderung ausgesetzt sind und sich selbst verändern, „arte strumentale“.

Der Einbezug des Publikums und die Kommunikation mit untraditionellen Medien oder nicht anerkannten Technologien formten sein Werk.

1964 reiste er als erster Fluxus- und Intermediakünstler durch die früheren osteuropäischen Staaten und die Sowjetunion. Hierdurch entstanden enge Beziehungen zwischen den Künstlern der „underground art“ hinter dem „eisernen Vorhang“ und der experimentellen Kunst des „Westens“. Dieser Pionierarbeit folgten viele Jahre der Kontakte und Zusammenarbeit und es entstanden Fluxus-Netzwerke in Mittelosteuropa.

Eric Andersen machte mehrere hundert Ausstellungen und Performances auf der ganzen Welt. Zu seinen wichtigsten Werken gehören „Hidden Paintings“, „Crying Spaces“, „Confession Kitchens“, „Lawns that turn towards the Sun“ und „Artificial Stars“.

1996 wurde er in Kopenhagen der künstlerische Direktor der größten InterMedia Veranstaltung, die jemals präsentiert wurde. Die Veranstaltung dauerte 3 Tage und beinhaltete Helicopter, Fallschirme, lebendige Schafe, Bergkletterer und 500 Sänger, die auf dem Wasser gingen.

Eric Andersen wird in allen wichtigen Sammlungen experimenteller Kunst gezeigt, und ihm wurden viele private und staatliche Zuschüsse zuteil. Er gewann 1987 den „Eiffel Tower Price“ und erhielt 1997 die „Eckersberg Medaille“ der Royal Danish Academy of Fine Arts.

Im Herbst 2007 beteiligte er sich an der Ausstellung FLUXUS EAST des Künstlerhaus Bethanien, Berlin, welche die FLUXUS-NETZWERKE IN MITTELOSTEUROPA thematisiert und als Wanderausstellung mittlerweile im KUMU Art Museum, Tallinn, im Ludwig Museum Budapest, im Bunkier Stzuki, Krakau und im Contemporary Art Center, Vilnius zu sehen war.

Eric Andersen lebt in Kopenhagen.

Eric Andersen - Short Biography
ERIC ANDERSEN - SHORT BIOGRAPHY
I didn't tell Imhotep how to build the pyramid in Sakkara.
I didn't crown Schamschiadad the First.
I didn't write the bKaa aGyur or the bsTan aGyur.
I didn't know Chlodwig.
I wasn't responsible for what Emperor Lothar did in East Europe.
I wasn't Albrecht Altdorfer.
I did never meet the first wife of Shah Jahan.