5 Jahre museum FLUXUS+
"NINE 4 FIVE"

Detail, Mary Bauermeister, „don´t defend your freedom with poisened mushrooms“, Glaslinsenkasten, 1964
Ausstellung vom 16. Februar bis 28. April 2013
Vernissage am 15. Februar 2013 - 19 Uhr
 

Anlässlich des 5jährigen Jubiläums des privaten museum FLUXUS+ in Potsdam wurde eine Gemeinschaftsausstellung mit Arbeiten von neun Künstlern gezeigt. Mehrheitlich sollen diese „Neuen Werke in der Sammlung“ im Anschluss in die Dauerausstellung integriert werden.

Der ganz besondere Reiz der Ausstellung kam von der Konsequenz, dass das gezeigt wurde, was dem Sammler gefällt und ihn persönlich mit der Welt des Fluxus und ausgewählten Positionen zeitgenössischer Kunst verbindet.

Seit 2012 befinden sich in der Sammlung Arbeiten von Mary Bauermeister, die in den frühen 60er Jahren in Köln ein Atelier hatte, in dem sich die damalige Avantgarde traf. Unschätzbar ist deshalb der Wert, wenn einer ihrer Glaslinsenkästen von 1964 in die Dauerausstellung des Museums aufgenommen wird. Wie John Cage in Amerika, ist es Mary Bauermeister in Europa zu verdanken, dass die Fluxus-Bewegung ihren Weg fand.

Aus dem Bereich „Fluxus und Freunde“ werden ebenfalls neue Ankäufe gezeigt. Ben Patterson setzte sich 2011 intensiv mit „seinen (amerikanischen) Präsidenten“ auseinander und die Arbeit „the prez steals my show“ entstand als Multipel. Barack Obama sprach vor Publikum in direkter Nähe der ausgestellten Werke von Ben Patterson in einem New Yorker Museum; so kam die Idee zu einer wunderbaren ironischen Collage.

Ann Noël, als jahrzehntelange Beobachterin und Begleiterin von Fluxus, stellte zusammen mit Alison Knowles 2010 in Potsdam aus und performte das Stück „Fluxus hors-d´oeuvres d´art“. Die im Ergebnis der Performance entstandenen kleinen Leinwände und weitere Arbeiten sind ausgestellt und der Film über die Performance kann gesehen werden.

Dieter Roth, der eigentlich antimuseal agierte und sich weigerte Materialien von Dauerhaftigkeit zu benutzen, wie mit den eat-art-Projekten und Arbeiten aus organischen Werkstoffen wie Schokolade oder Hasenköttel, schuf auch mehr als 500 Druckgrafiken in seinem Oeuvre.  Zwei dieser Arbeiten aus den 70er Jahren ergänzen bereits vorhandene Drucke in der Sammlung.

Während der Zusammenarbeit und gemeinsamen Ausstellungen in den letzten Jahren mit den vier im museum FLUXUS+ vertretenden, zeitgenössischen Künstlern kam es zu mehreren Ankäufen. Es fand eine Erweiterung des Sammlungsbestandes statt, der bisher nur teilweise der Öffentlichkeit zugänglich war. Skulpturen, Objekte, Filme, Zeichnungen und Ölbilder lassen sich in dieser speziellen Ausstellung in einer Zusammenstellung sehen, wie sie wahrscheinlich kaum kuratorisch geplant werden würde. Das Interesse und die Auswahl des privaten Sammlers waren hier Vorgabe.

Ausgewählte Arbeiten des facettenreichen bis humoristischen Zyklus „Totentanz“ von Lutz Friedel und eine durch Zeit, Raum und Liebe sich bewegende Balletttänzerin „En Manege“ (2010) von Hella De Santarossa sind zu sehen. Ebenso die völlig konträren Ausdrucksformen der gegenstandslosen, farbintensiven Malerei von Sebastian Heiner aus seiner Shanghai-Zeit und der Komplexität eines interaktiven Videoobjektes „Target“ (2010) von Costantino Ciervo.

Zu guter Letzt wird ein bisher nicht der Öffentlichkeit gezeigtes Frühwerk von Wolf Vostell gezeigt. Diese Gouachemalerei entstand bereits 1958 und zeugt von der intensiven Auseinandersetzung, mit dem für den deutschen Künstler neu entdeckten Kulturraum in Spanien. Dieses Werk öffnet und schließt den Kreis im atrium, und ergänzt ab Ende April den bereits jetzt gezeigten Querschnitt durch das Lebenswerk des Fluxus- und Happeningkünstlers, Videopioniers, Komponisten, Bildhauers, Grafikers und Malers Wolf Vostell im museum FLUXUS+.

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