Mary Bauermeister
"KUNST(T)RÄUME"

Entwurfszeichnung Atelier Mary Bauermeister für die Bundesfernmeldestelle Bonn, 1981 - 1986. "KRISTALL-BAUM und Prismensplitterlandschaft“
Entwurfszeichnung Atelier Mary Bauermeister für die Bundesfernmeldestelle Bonn, 1981 - 1986. "KRISTALL-BAUM und Prismensplitterlandschaft“
Ausstellung vom 7. September bis 23. November 2014
Vernissage am 6. September 2014
 
Anlässlich des 80. Geburtstages der charismatischen Künstlerin Mary Bauermeister zeigte das museum FLUXUS+ die Sonderausstellung KUNST(T)RÄUME und lud zur Vernissage am 6. September um 16.00 Uhr ein. In der Ausstellung im atrium des museum FLUXUS+ wurde der besondere Aspekt des vielfältigen Raumes – unseres Lebensraumes – aus dem facettenreichen Werk der Künstlerin gezeigt: Planungen und Entwürfe aus den 70/80er Jahren für Wettbewerbe sowie Entwürfe für Privatgärten wie für das Auswärtige Amt,  die Kölnische Rückversicherungs-AG oder die Landeszentralbank. Aquarellierte Entwürfe, künstlerisch bearbeitete Ausführungszeichnungen und Fotodokumentationen der Bauphasen gaben umfassende Einblicke in die Projekte. Eine aktuelle Ergänzung fand die Ausstellung durch eine Vision für den Schirrhof der Schiffbauergasse. Im Anschluss an die Vernissage folgte die Premiere des  Dokumentarfilms „Mary Bauermeister / Leben und Werk der 50/60er Jahre“ von Johann Camut im T-WERK.
Seit 1957 arbeitete Mary Bauermeister als freie Künstlerin in Köln, wo sie 1960 das „Atelier Mary Bauermeister“ gründete. Mit Konzerten neuer Musik, Lesungen und Ausstellungen war dies ein Dreh- und Angelpunkt für gleichgesinnte junge Kreative. Hier ist der europäische Ursprungsort der späteren Fluxus-Bewegung zu finden. Ab 1962 hatte Bauermeister Einzelausstellung im Stedelijk Museum (Amsterdam), anschließend in der Bonino Gallery (New York) und ab 1972 in der Galeria Arturo Schwarz (Mailand). Auf dem Höhepunkt ihrer amerikanischen Karriere verließ Bauermeister 1972 New York um sich in Rösrath bei Köln niederzulassen. Von hier organisierte sie ihre internationalen Ausstellungen und beschäftigte sich mit Grenzwissenschaften, die sie in ihre vielfältigen Gartengestaltungs- und Kunstprojekte einfließen ließ.

Generell verändert die Kunst der Mary Bauermeister das Sehen, die Sehweise. Kunstbetrachtung wird zur Entdeckungsreise. Bei ihrer Freiraumplanung arbeitet die Künstlerin mit Pflanzen, die durch Spiralen aus Findlingen und Kieselsteinen wachsen, Wasserflächen, in denen sich die Strahlen der Sonne durch Kristalle und Prismen brechen, in Spektralfarben reflektieren. Sie fordert mit ihrer „Kunst im öffentlichen Raum“ das kreative Potential des Betrachters.

Die Ausstellung "KUNST(T)RÄUME", die Vernissage und Finissage wurden in Kooperation mit Mary Bauermeister, Johann Camut, der Bundesstiftung Baukultur und dem T-Werk entwickelt und realisiert. Herzlichen Dank.
 
 

Zur Finissage am 22. November 2014 lud das museum FLUXUS+ zusammen mit der Bundesstiftung Baukultur zum ersten Potsdamer BaukulturSalon - "KUNST(T)RÄUME" - Kunst und Öffentlichkeit" ein. Der Potsdamer BaukulturSalon der Bundesstiftung Baukultur ist ein neues Veranstaltungsformat, das Potsdamer Themen für aktuelle baukulturelle Fragen aufgreift. Thema der interdisziplinären Podiumsdiskussion  war die Bedeutung von Kunst für den öffentlichen Raum, dessen Belebung und Aufwertung, der inhaltlichen und formalen Möglichkeiten und der Nachhaltigkeit von Kunst. Es diskutierten Mary Bauermeister, Susanne Titz, Direktorin des Museums Abteiberg in Mönchengladbach, Klaus Töpfer, Bundesumweltminister a.D. und Gründungsdirektor des Institute for Advanced Sustainability Studies in Potsdam, und weitere Teilnehmer.

Einladung zum Baukultursalon
 
 
Weitere Informationen

Johann Camut begann 1990 eine Assistenz für die Künstlerin Mary Bauermeister- Stockhausen. Die enge Zusammenarbeit dauerte bis 2013 an und auch heute noch findet ein regelmäßiger Austausch über künstlerische Themen zwischen den beiden statt. Zwischen 1987 und 1991 setzte Johann Camut Licht und Ton für diverse Fernsehproduktionen. Von 1996 bis 1999 studierte er Schauspiel in Köln. Neben der Kunst- und Bühnenarbeit entwickelte Camut die Idee zu seinem ersten Kurzfilm „Esther“ (28 min, 2001). Darauf folgten „Die Profis“ (5,5 min), „Abserviert“ (26 min) und „Code3Null“ (27 min). Seit 2003 sind mehrere Dokumentationen und Theater-, Tanz- und Opernaufzeichnungen von Camut realisiert worden. Aktuell arbeitet er an einer Dokumentation über die Bauformen der antiken Hindutempel in Tamil Nadu, Südindien. 

Dr. Anne Schmedding ist Kunst- und Architekturhistorikerin und als freie Mitarbeiterin der Bundesstiftung Baukultur für die wissenschaftliche Programmgestaltung mitverantwortlich. Gemeinsam mit Dr. von Marlin gründete sie 2011 die Schmedding.vonMarlin. GbR, die Forschungsaufträge und Veranstaltungen im Auftrag des Bundes zu Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum durchführt. Sie war u.a. wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Braunschweig und Redakteurin der Zeitschrift „Daidalos“. Sie hat zahlreiche Aufsätze publiziert und ist Mitherausgeberin von Publikationen zu Architektur und Kunst des 20. Jahrhunderts. 

Die Bundesstiftung Baukultur ist eine unabhängige Einrichtung, die sich für die Belange der Baukultur einsetzt und die gebaute Umwelt zu einem Thema von öffentlichem Interesse machen will. Baukultur beeinflusst maßgeblich die Lebensqualität aller – in den Städten wie auf dem Land. Die Stiftung ist somit Interessenvertreterin für gutes Planen und Bauen sowie eine Plattform, die das öffentliche Gespräch über Baukultur fördert. 

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